Zimmerer · Mahnung Vorlage Österreich
Zimmerer Mahnung Vorlage Österreich 2026
Offene Zimmereirechnungen in Österreich erfordern eine rechtssichere Mahnung nach ABGB. ABGB § 1333 Abs. 2 sichert Verzugszinsen von 9,2% über dem Basiszinssatz (B2B), ZaDiG 2018 erlaubt €40 Mahnspesen pauschal — und ABGB § 471 gibt das Zurückbehaltungsrecht an angeliefertem Material.
Pflichtangaben in der Zimmerer-Mahnung (Österreich)
1. Kopfdaten & Rechnungsbezug
- Name + Anschrift Zimmereibetrieb und Auftraggeber
- Rechnungsnummer(n) der offenen Rechnung(en)
- Rechnungsdatum und Leistungszeitraum (z.B. "Dachstuhlarbeiten laut Bauvertrag vom [Datum]")
- Offener Betrag (netto + 20% USt = brutto)
- Mahnungsnummer und -datum
2. Zahlungsfrist setzen
- Konkrete Frist: "Zahlung bis [Datum, 14 Tage] auf IBAN AT..."
- ABGB § 1334: Fälligkeit nach Vertragsvereinbarung oder Abnahme (§ 1170)
- Verzug tritt mit Überschreitung der Fälligkeit + Mahnung ein (ABGB § 1334)
- Bei 2. Mahnung: Ankündigung Bezirksgericht (bis €15.000 zuständig)
3. Verzugszinsen berechnen
- B2B: 9,2% über Basiszinssatz p.a. (ABGB § 1333 Abs. 2) — aktueller Basiszinssatz: Österreichische Nationalbank
- Berechnung: Offener Betrag × (9,2% + Basiszinssatz) ÷ 365 × Verzugstage
- Verzugszinsen separat ausweisen: "Verzugszinsen ab [Datum] bis [Datum]: € [Betrag]"
- B2C: gesetzlicher Zinssatz 4% p.a. (ABGB § 1000)
4. Mahnspesen & Inkassokosten
- Mahnspesen: €40 pauschal pro Mahnung nach ZaDiG 2018 (B2B)
- Inkassokosten: erstattungsfähig nach RATG (Rechtsanwaltstarifgesetz)
- Anwaltskosten: nach RATG TP 2 bei Klage erstattungsfähig
- Alle Nebenkosten in der Mahnung ankündigen
5. Nächste Schritte bei Nichtzahlung
- 2. Mahnung mit Fristsetzung und Klagsankündigung
- Klage beim Bezirksgericht (bis €15.000) oder Landesgericht (über €15.000)
- Zurückbehaltungsrecht ausüben (ABGB § 471): Material zurückhalten
- Exekutionsantrag nach Urteil (EO — Exekutionsordnung)
Häufige Fragen
Was tun, wenn eine Zimmerer-Rechnung in Österreich nicht bezahlt wird?
Schriftliche Mahnung mit 14-Tage-Frist setzen. In Österreich tritt Verzug nach ABGB § 1334 ein, sobald die Fälligkeit überschritten ist und eine Mahnung zugeht. Ab Verzug gelten Verzugszinsen nach ABGB § 1333 Abs. 2: 9,2% über dem Basiszinssatz p.a. (B2B). Mahnspesen: €40 pauschal nach ZaDiG 2018.
Welche Rechte hat ein österreichischer Zimmerer nach ABGB § 471?
ABGB § 471 (Zurückbehaltungsrecht): Der Zimmerer darf Sachen, die er im Rahmen des Auftrags in Besitz hat — z.B. angeliefertes Holzmaterial — zurückbehalten, bis offene Forderungen beglichen sind. Das Zurückbehaltungsrecht muss ausdrücklich ausgeübt und in der Mahnung schriftlich angekündigt werden.
Wann ist eine Zimmerer-Rechnung nach ABGB § 1170 fällig?
ABGB § 1170: Das Entgelt für Werkleistungen ist nach Vollendung des Werks fällig. Bei Werkverträgen ohne explizite Zahlungsvereinbarung gilt die Abnahme als Fälligkeitszeitpunkt. Abschlagsrechnungen sind zum vereinbarten Abschlagstermin fällig. Zahlungsziel nach ABGB § 1334: ohne Vereinbarung sofort fällig; übliche Praxis 14–30 Tage.
Wie berechne ich Verzugszinsen für eine Zimmerei in Österreich?
Österreich B2B: Basiszinssatz (Österreichische Nationalbank) + 9,2 Prozentpunkte p.a. (ABGB § 1333 Abs. 2). Berechnung: Offener Betrag × (Basiszinssatz + 9,2%) ÷ 365 × Verzugstage. Beispiel: €5.000 × 10,2% ÷ 365 × 60 Tage = €83,84 Verzugszinsen. Zusätzlich: Mahnspesen €40 pauschal.