Zimmerer · Bautagebuch Vorlage Österreich
Zimmerer Bautagebuch Vorlage Österreich: ÖNORM B 2110 Pkt. 6 und ÖNORM B 4100
Österreichische Zimmereibetriebe dokumentieren nach ÖNORM B 2110 Pkt. 6 und ÖNORM B 4100. Fehlt der tägliche Holzfeuchte-Nachweis, kann der Zimmerer Gewährleistungsansprüche des Auftraggebers nach ABGB § 933 nicht abwehren — auch wenn die Verarbeitung normgerecht war.
Österreichische Zimmerer Bautagebuch Vorlage: alle Pflichtfelder
Kopfdaten & Witterung
- Firma / Betriebsname und Baustelle / Auftragsnummer
- Datum (Tag/Monat/Jahr) und verantwortlicher Zimmerermeister / Polier
- Temperatur: Minimum und Maximum auf der Baustelle (°C) — bei Frost unter +5 °C: Verarbeitungsverbot Leimverbindungen nach ÖNORM B 4100
- Witterungsbedingungen: Niederschlag, Windstärke, Schneefall (Freitext)
- Schlechtwetterunterbrechung: Uhrzeit Beginn + Ende + Dauer (relevant für BUAG-Schlechtwetterentschädigung beim AMS)
Arbeitskräfte & Stunden
- Name und Qualifikation je Mitarbeiter (Zimmerergeselle, Lehrling, Polier)
- Arbeitsbeginn und Arbeitsende je Mitarbeiter — Pflichtfeld AVRAG § 26i
- Pause (Minuten) nach AZG § 11
- Ist-Stunden gesamt inkl. Überstunden (50 %/100 %-Zuschlag nach KollV Holzbau)
- Kran- und Hubarbeitsbühnen-Stunden gesondert ausweisen (nach ÖNORM B 2110 eigenständig abrechenbar)
Ausgeführte Arbeiten & Materialien
- Abbund-Fortschritt: Bauteil, Achse, Fertigstellungsgrad in % (täglich)
- Holzlieferung: Lieferant, Lieferschein-Nr., Holzart, Dimension, Menge (Stk/m³)
- Holzfeuchte-Messung: Wert in % u.F., Messstelle (Bauteil + Achse), Messgerät-Nr. — nach ÖNORM B 4100 täglich zu protokollieren
- Verbindungsmittel und Beschläge: Bezeichnung, Charge, Menge
- BSH / BFU-Platten: Charge und Klebstoffklasse (D3/D4 nach ÖNORM EN 204)
Behinderungen & Besondere Vorkommnisse
- Frost-Sperre: Datum + Uhrzeit Beginn, Maßnahmen (Beheizung, Abdeckung), Freigabe durch Bauleiter
- Maßabweichungen und Anpassungsarbeiten: Bauteil, Ursache, Maßnahme
- Behinderungen durch Vorgewerke (fehlende Rohbaumaße, nicht freigegebene Flächen)
- Mängelanzeigen vom Auftraggeber: Datum, Beschreibung, Reaktion — nach ÖNORM B 2110 Pkt. 6
- Richtfest: Datum, Fertigstellungsgrad Rohkonstruktion, anwesende Parteien
Unterschriften & Archivierung
- Unterschrift Zimmerermeister / Polier (täglich)
- Unterschrift Auftraggeber / Bauleiter — bei Regiearbeiten täglich nach ÖNORM B 2110 Pkt. 6
- Aufbewahrung mindestens 3 Jahre (Gewährleistungsfrist Holzbau ABGB § 933) — empfohlen 7 Jahre nach § 132 BAO
- Digitale Archivierung: revisionssichere Ablage nach österreichischem Steuerrecht
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Ist ein Zimmerer Bautagebuch in Österreich Pflicht?
ÖNORM B 2110 Pkt. 6 verpflichtet den Auftragnehmer zur Führung eines täglichen Bautagesberichts, wenn dies vertraglich vereinbart ist oder der Auftraggeber es verlangt. Im Holzbau empfiehlt sich die freiwillige Führung nach ÖNORM B 4100: Bei Feuchte- oder Frostschäden ist der tägliche Nachweis von Holzfeuchte-Messungen das entscheidende Beweismittel zur Abwehr von Gewährleistungsansprüchen nach ABGB § 933.
Wie ist die Holzfeuchte nach ÖNORM B 4100 in Österreich zu protokollieren?
ÖNORM B 4100 und die ÖNORM EN 1995-1-1 (Eurocode 5) schreiben vor, dass Holz mit einer Holzfeuchte eingebaut wird, die dem späteren Nutzungsklima entspricht. Der tägliche Nachweis (Wert in % u.F., Messstelle, Messgerät) ist Grundlage jeder Qualitätsprüfung. Ohne Protokoll ist der Nachweis normgerechter Verarbeitung bei Streitigkeiten nicht möglich.
Was gilt für Holzfeuchte bei österreichischen Zimmereiprojekten?
Für Tragehölzer gilt nach ÖNORM B 4100 eine maximale Einbaufeuchte von 20 % u.F. für Nutzungsklasse 2 (überdachte Außenkonstruktionen). Das Bautagebuch muss täglich die Messwerte je Bauteil festhalten. Bei Holzfeuchte über diesem Grenzwert ist die Verarbeitung zu unterbrechen und im Bautagebuch zu vermerken.
Muss das Richtfest im österreichischen Zimmerer Bautagebuch vermerkt werden?
Das Richtfest ist im Bautagesbericht nach ÖNORM B 2110 Pkt. 6 als besonderes Vorkommnis festzuhalten: Datum, Fertigstellungsgrad, anwesende Parteien. Dies dient als Nachweis des Fertigstellungsstands bei Terminstreitigkeiten und als Grundlage für Teilrechnungen nach ÖNORM B 2110.