Tischler · Nachtrag Vorlage Österreich

Tischler Nachtrag Vorlage Österreich: ABGB § 1168a + ÖNORM A 2060 Innenausbau

Ein österreichischer Tischler/Innenausbau-Nachtrag muss ABGB § 1168a und ÖNORM A 2060 erfüllen. Die UID-Nummer ist ab €10.000 netto Pflicht — fehlt sie, verliert der Auftraggeber die Vorsteuer. Maßänderungen durch Grundrissanpassungen oder Materialkategorie-Wechsel auf Kundenwunsch sind klassische Nachtragsfälle nach ABGB § 1168a.

Tischler Nachtrag Vorlage Österreich: alle Pflichtfelder

Abschnitt 1 — Nachtrag-Kopfdaten (5 Felder)

  • Nachtragsnummer: fortlaufend je Hauptauftrag (z.B. "NA-2026-001" zu Auftrag "AUF-2026-022")
  • Bezug Hauptauftrag: Auftragsnummer, Auftraggeber, Objekt/Raum, Vertragsdatum
  • Nachtragsdatum: Datum der Ankündigung (muss VOR Ausführungsbeginn liegen)
  • UID-Nummer des Tischlereibetriebs: Pflicht ab €10.000 netto nach UStG AT § 11 Abs. 1 Z 3
  • Auftraggeber: Name + Anschrift; bei gewerblichen Projekten: Bauleiter/Architekt als Bevollmächtigter

Abschnitt 2 — ABGB § 1168a Rechtsgrundlage (3 Felder)

  • Rechtsgrundlage: ABGB § 1168a (Mehrkostenersatz) in Verbindung mit ÖNORM A 2060 — bei geänderter Leistung (z.B. Maßänderung durch Grundrissanpassung, Material Span→MDF→Massivholz) oder zusätzlicher Leistung (z.B. Beleuchtung in Schränken, zusätzliche Schubladen)
  • Beschreibung der Leistungsabweichung: Gegenüberstellung ursprüngliche LV-Position vs. tatsächlich auszuführende Leistung mit Maßen (B × H × T), Plattentyp, Beschläge-Spezifikation
  • Ankündigungsnachweis: Datum und Form der Ankündigung (E-Mail, Protokoll Kundengespräch) — Anlage zum Nachtrag beifügen

Abschnitt 3 — Nachtragskalkulation (5 Positionen)

  • Pos. 1 Plattenmaterial-Aufpreis: m² × (neuer Materialpreis − LV-Materialpreis), z.B. Massivholz €/m² − Spanplatte €/m²
  • Pos. 2 Beschläge-Upgrade: Stück × Aufpreis (Soft-Close-Scharniere, Vollauszüge mit Dämpfer) nach KollV Tischler Österreich
  • Pos. 3 Zusatzschubladen/-auszüge: Stück × Kalkulation (Korpusmaterial + Beschläge + Tischlerstunden)
  • Pos. 4 Glasfronten/Beleuchtung: m² Glas oder Stück LED × (Materialkosten + Einbauaufwand Tischlerstunden nach KollV AT)
  • Pos. 5 Nachtragssumme: Netto €, USt 20%, Brutto €; ggf. §19 UStG AT Reverse Charge bei Bauleistungen B2B

Abschnitt 4 — Beauftragungsnachweis (4 Felder)

  • Schriftliche Beauftragung: Unterschrift Auftraggeber oder Bevollmächtigter
  • Beauftragungsdatum: muss nach Ankündigung und vor Ausführung liegen
  • Beauftragungsform: unterschriebenes Nachtrag-Dokument, E-Mail-Bestätigung oder Protokoll — digitale Unterschrift nach SigG/eIDAS zulässig
  • Vorbehalt: "Die Ausführung erfolgt unter Vorbehalt der schriftlichen Beauftragung gem. ABGB § 1168a" — bei mündlicher Anweisung unbedingt dokumentieren

Abschnitt 5 — Abrechnung + Zahlungsziel (3 Felder)

  • Abrechnungszeitpunkt: Nachträge können als Teilrechnung oder gemeinsam mit der Schlussrechnung abgerechnet werden
  • Zahlungsziel: 30 Tage nach Rechnungseingang (ABGB § 1334 bei Werkverträgen im B2B-Bereich)
  • Aufmaßprotokoll als Anlage: Maßzeichnung mit tatsächlichen Abmessungen + Stückliste Beschläge — Grundlage für Mengenansatz und Mehrkostenersatz-Anspruch

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Häufige Fragen

Was regelt ABGB § 1168a für Tischler Nachträge in Österreich?

ABGB § 1168a regelt den Mehrkostenersatz im österreichischen Werkvertragsrecht. Erhöht sich der Aufwand durch Umstände, die der Tischler nicht zu vertreten hat (z.B. geänderte Grundrissplanung, Materialwunsch des Auftraggebers), hat er Anspruch auf angemessenen Mehrkostenersatz — vorausgesetzt, er hat den Auftraggeber rechtzeitig informiert. Die ÖNORM A 2060 ergänzt mit Regeln für Nachtragkalkulationen. Die Ankündigung VOR Ausführung ist entscheidend — wer ohne Beauftragung ausführt, verliert den Anspruch.

Welche Pflichtfelder enthält ein österreichischer Tischler-Nachtrag nach ÖNORM A 2060?

Ein ÖNORM-konformer Nachtrag braucht: Nachtragsnummer und Bezug auf Hauptauftrag, Rechtsgrundlage (ABGB § 1168a / ÖNORM A 2060), Beschreibung der Leistungsabweichung (Maßänderung, Materialwechsel, Zusatzleistung), Nachtragskalkulation mit Einheitspreisen (Platten, Beschläge, Oberfläche, Tischlerstunden), UID-Nummer des Tischlereibetriebs (Pflicht ab €10.000 netto), 20% USt, Beauftragungsnachweis. Bei B2B-Leistungen: §19 UStG AT Reverse Charge.

Wie wird eine Materialkategorie-Änderung beim österreichischen Tischler abgerechnet?

Eine Materialkategorie-Änderung (z.B. Spanplatte → MDF → Massivholz) ist eine geänderte Leistung nach ABGB § 1168a. Die Nachtragskalkulation zeigt den Mehrpreis: LV-Preis Spanplatte €/m² vs. neuer Materialpreis × m² Plattenfläche. Zusätzlich: Mehraufwand Bearbeitung (Massivholz benötigt mehr Schleif- und Oberflächenarbeit). Der KollV Tischler Österreich (Stundensatz) ist Basis für die Lohnkalkulation.

Kann werkflow österreichische Tischler-Nachträge ABGB-konform erstellen?

Ja — werkflow erstellt Tischler/Innenausbau-Nachträge mit ABGB § 1168a und ÖNORM A 2060-konformen Feldern, UID-Nummer, 20% USt (oder §19 Reverse Charge), verknüpft sie mit dem Hauptauftrag und dokumentiert Ankündigung und Beauftragung. BMD/RZL-Export für den österreichischen Steuerberater inklusive.

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