Schlosser · Bautagebuch Vorlage Österreich
Schlosser Bautagebuch Vorlage Österreich: ÖNORM B 2110 Pkt. 6 und ÖNORM EN 1090
Österreichische Schlossereien dokumentieren nach ÖNORM B 2110 Pkt. 6 und ÖNORM EN 1090-2. Fehlt das Schweißer-Stempelzeichen oder die Stahlcharge im Bautagesbericht, kann die CE-Kennzeichnung nach ÖNORM EN 1090-1 nicht ausgestellt werden — das gesamte Stahltragwerk ist nicht verkehrsfähig.
Österreichische Schlosser Bautagebuch Vorlage: alle Pflichtfelder
Kopfdaten & Witterung
- Firma / Betriebsname und Baustelle / Auftragsnummer
- Datum (Tag/Monat/Jahr) und verantwortlicher Schlossermeister / Schweißaufsicht
- Temperatur und Luftfeuchtigkeit: Mindesttemperatur für Schweißarbeiten nach ÖNORM EN 1090-2 (+5 °C Stahltemperatur, kein Taupunkt)
- Witterungsbedingungen: Niederschlag, Wind, Tau — täglich vermerken
- Schweißbereich: Werkstatt oder Baustelle — unterschiedliche Anforderungen nach ÖNORM EN 1090-2
Arbeitskräfte & Stunden
- Name, Qualifikation und Schweißerprüfzeugnis-Nr. je Mitarbeiter (ÖNORM EN ISO 9606-1, Ablaufdatum)
- Arbeitsbeginn und Arbeitsende je Mitarbeiter — Pflichtfeld AVRAG § 26i
- Pause (Minuten) nach AZG § 11
- Ist-Stunden gesamt inkl. Überstunden (50 %/100 %-Zuschlag nach KollV Metall/Bergbau)
- Fremdleistungen: Pulverbeschichtung, Galvanik, Sandstrahlen — Subunternehmer und Stunden täglich notieren
Ausgeführte Arbeiten & Materialien
- Stahllieferung: Lieferant, Lieferschein-Nr., Stahlsorte (S235/S355), Schmelzennummer (Charge), Werkstoffzeugnis 3.1 nach ÖNORM EN 10204
- Schweißnahtdokumentation täglich: Nahtbezeichnung nach Zeichnung, WPS-Nr., Schweißer-Stempelzeichen, Nahtlänge (lfd.m), Nahtklasse (EXC 2/3/4)
- Schweißzusatzwerkstoff: Bezeichnung, Hersteller, Charge, Lagertemperatur (Stabelektroden)
- Fertigstellungsfortschritt: Bauteil-Nr., Zeichnungs-Nr., Fertigstellungsgrad in % (täglich)
- Pulverbeschichtung als Fremdleistung: Subunternehmer, Schichtdicke (µm), Charge, RAL-Farbe
Behinderungen & Besondere Vorkommnisse
- Schweißsperre: Temperatur unter +5 °C oder Taupunkt erreicht — Datum, Uhrzeit, Wiederaufnahmezeitpunkt
- Schweißfehler und ZfP-Befunde: Nahtbezeichnung, Fehlerart, Maßnahme (Ausschleifen, Nachschweißen)
- Maßabweichungen: Bauteil-Nr., Abmaß, Ursache, Maßnahme — nach ÖNORM B 2110 Pkt. 6 zu dokumentieren
- Behinderungen durch Vorgewerke oder fehlende Unterlagen (Zeichnungsfreigabe, Statik)
- Mängelanzeigen vom Auftraggeber: Datum, Beschreibung, Reaktion
Unterschriften & Archivierung
- Unterschrift Schlossermeister / Schweißaufsicht (täglich)
- Unterschrift Auftraggeber / Bauleiter — bei Regiearbeiten täglich nach ÖNORM B 2110 Pkt. 6
- Aufbewahrung mindestens 10 Jahre (ÖNORM EN 1090-1 Konformitätsunterlagen) — empfohlen 7 Jahre nach § 132 BAO
- Digitale Archivierung: revisionssichere Ablage nach österreichischem Steuerrecht
Bautagebuch digital führen — EN 1090 Nachweise auf Knopfdruck
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Ist ein Schlosser Bautagebuch in Österreich Pflicht?
ÖNORM B 2110 Pkt. 6 verpflichtet zum Bautagesbericht auf Verlangen des Auftraggebers. Im Metall- und Stahlbau ist das Bautagebuch darüber hinaus aus eigenem Interesse zwingend: ÖNORM EN 1090-2 verlangt die tägliche Dokumentation aller Schweißnähte mit Schweißer-Stempelzeichen, Nahtklasse und Materialcharge. Ohne diese Aufzeichnungen kann die österreichische CE-Kennzeichnung nach ÖNORM EN 1090-1 nicht ausgestellt werden.
Was muss der EN 1090 Schweißnachweis in Österreich belegen?
Der EN 1090-2 Schweißnachweis (Österreich verwendet ÖNORM EN 1090-2 identisch zur europäischen Norm) muss folgende Punkte täglich dokumentieren: Schweißverfahren (WPS-Nummer), Schweißer-Qualifikation nach ÖNORM EN ISO 9606-1 (Name, Prüfzeugnis-Nr., Ablaufdatum), Nahtbezeichnung nach Zeichnung, Nahtlänge, Grundwerkstoff-Charge (Werkstoffzeugnis 3.1 nach ÖNORM EN 10204) und Schweißzusatz-Charge. Fehlende Einträge führen zur Nichtkonformität.
Wie wird die Stahlcharge im österreichischen Schlosser Bautagebuch erfasst?
Für jedes Stahlelement ist nach ÖNORM EN 1090-2 die Rückverfolgbarkeit vom Werkstoffzeugnis (3.1 nach ÖNORM EN 10204) bis zum eingebauten Bauteil nachzuweisen. Das Bautagebuch hält täglich fest: Lieferant, Lieferschein-Nr., Stahlsorte (z.B. S235, S355), Schmelzennummer (Charge) und Bauteilzuordnung nach Zeichnung. Diese Rückverfolgbarkeit ist Pflicht für die DoP (Leistungserklärung) nach Bauproduktenverordnung (EU) Nr. 305/2011.
Was muss in einem Bautagesbericht einer österreichischen Schlosserei stehen?
Nach ÖNORM B 2110 Pkt. 6 muss der Bautagesbericht einer Schlosserei enthalten: Anzahl und Qualifikation der eingesetzten Arbeitskräfte, ausgeführte Arbeiten (Schweißnähte nach Bauteil und Zeichnung), Materiallieferungen (Stahlsorte, Charge), Behinderungen (Witterung, fehlende Zeichnungsfreigaben), besondere Vorkommnisse (ZfP-Befunde, Maßabweichungen) sowie Unterschriften beider Parteien.