Dachdecker · Bautagebuch Vorlage Österreich
Dachdecker Bautagebuch Vorlage Österreich: ÖNORM B 2110 Baubuch führen
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ÖNORM B 3417 (Steildach) und ÖNORM B 3691 (Flachdach) definieren Ausführungsbedingungen für österreichische Dacharbeiten - Witterungsdokumentation schützt bei Sturm- und Hagelschäden. ÖNORM B 2110 verankert die tägliche Dokumentation über Baubuch und Bautagesbericht. Dachflächen-Fortschritt, Materialchargen und Absturzsicherung täglich protokollieren schützt vor Gewährleistungsansprüchen (ABGB § 933: 3 Jahre) und Versicherungsstreitigkeiten nach Sturmschäden. USt 20%.
Pflichtangaben im Dachdecker-Bautagebuch Österreich
1. Kopfdaten & Witterung
- • Datum, Baustelle (Adresse, Dachfläche/Gebäudeteil), Auftragsnummer
- • Dachdeckermeister-Name, Unterschrift
- • Temperatur (°C) morgens/mittags/abends - Verarbeitungsgrenze für Bitumen-/Abdichtungsarbeiten in der Praxis ab +5°C
- • Windstärke (km/h oder Beaufort) - Arbeitsverbot in Höhe in der Praxis ab Stärke 6
- • Niederschlag: Art (Regen/Schnee/Hagel), Dauer, Stärke
- • Frost-/Eisbildung auf der Dachfläche: Ja/Nein
- • UID-Nummer Auftraggeber bei Bauleistungen zwischen Unternehmern (USt 20%)
2. Arbeitskräfte & Stunden
- • Name jedes Mitarbeiters, Qualifikation (Dachdeckermeister, Geselle, Helfer)
- • Arbeitsstunden je Person (Anwesenheit, Pause, effektive Arbeitszeit)
- • Nachunternehmer-Personal separat ausweisen
- • Witterungsbedingter Arbeitsstopp mit Uhrzeit und Grund dokumentieren
3. Ausgeführte Arbeiten & Materialien
- • Dachflächen-Fortschritt: m² je Dachfläche (Nordseite, Südseite, Flachdach)
- • Steildach nach ÖNORM B 3417: Ziegel-Typ, Charge-Nr., Lieferschein-Nr.
- • Flachdach nach ÖNORM B 3691: Bitumenbahnen/Kunststoffabdichtung, Produkt, Charge, Verlegemethode (Schweißen, Kleben)
- • Dämmung: Produkt, Dicke (cm), Fläche (m²)
- • First-, Ortgang-, Traufarbeiten: Länge (m), Material
- • Entwässerungsanlagen: Ablaufpositionen, Rohrdurchmesser, Gefälle (% nach ÖNORM EN 12056)
4. Behinderungen & Besondere Vorkommnisse
- • Absturzsicherungsprotokoll: Gerüst geprüft (wann, durch wen), Sicherungen intakt
- • Sturm-/Hagelschaden-Sofortdokumentation: Zeitpunkt, Stärke, betroffene Fläche (m²)
- • ZAMG-Wetterdaten als Anlage bei extremen Ereignissen beilegen
- • Behinderungen durch andere Gewerke (Gerüstmontage ausstehend, Kran blockiert)
- • Planänderungen: Dachaufbau geändert, Material substituiert - Anweisung durch wen?
- • Unfälle, Beinahunfälle - AUVA-Meldepflicht beachten
Dachdecker Bautagebuch digital führen - ÖNORM B 2110, Witterung, Dachfortschritt automatisch
Dachdecker Software Österreich kostenlos testen5. ÖNORM B 2110: Baubuch, Bautagesbericht und Rechtsfolgen
- • Baubuch (Bauleitung): Anordnungen, Leistungsfortschritt, Begehungen - Dachdeckerbetrieb hat mind. wöchentliches Einsichtsrecht
- • Bautagesbericht (Dachdeckerbetrieb): Arbeitskräfte, Material, Witterung, Vorkommnisse - vertraglich vereinbart, Übergabe binnen 2 Wochen
- • Bestätigungsfiktion: Ein Eintrag gilt als anerkannt, widerspricht die Gegenseite nicht binnen 2 Wochen
- • Regieberichte: täglich zu führen, Übergabe zur Anerkennung binnen 7 Tagen (falls vertraglich nichts anderes vereinbart)
6. Unterschriften & Archivierung
- • Unterschrift Dachdeckermeister/Polier (AN), Unterschrift Bauleitung (AG)
- • Tagesprotokoll täglich fertigstellen - keine rückwirkenden Eintragungen
- • ZAMG-Wetterdaten als Anlage bei extremen Witterungsereignissen
- • Aufbewahrungsfrist: § 212 UGB verlangt mindestens 7 Jahre als buchhalterisch relevante Unterlage
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Häufige Fragen
Ist ein Bautagebuch für Dachdecker in Österreich Pflicht?
Eine pauschale gesetzliche Pflicht gibt es nicht. Bei ÖNORM B 2110-Verträgen verlangt die Norm aber, dass alle die Ausführung wesentlich beeinflussenden Vorkommnisse schriftlich dokumentiert werden - in der Praxis über das Baubuch (Bauleitung) oder den Bautagesbericht (Auftragnehmer, nur bei vertraglicher Vereinbarung wirksam). Für Dacharbeiten ist die Witterungsdokumentation besonders relevant: ÖNORM B 3417 (Steildach) und ÖNORM B 3691 (Flachdach) definieren Ausführungsbedingungen, deren Einhaltung bei Schäden nachzuweisen ist.
Was unterscheidet Baubuch und Bautagesbericht nach ÖNORM B 2110?
Das Baubuch führt die Bauleitung: Anordnungen, Leistungsfortschritt, Begehungen. Es liegt auf der Baustelle auf, der Dachdeckerbetrieb hat mindestens wöchentliches Einsichtsrecht. Den Bautagesbericht führt der Dachdeckerbetrieb selbst - Arbeitskräfte, Material, Witterung, besondere Vorkommnisse - und muss ihn der Bauleitung binnen zwei Wochen übergeben. Beide Formen gelten als bestätigt, wenn die Gegenseite nicht binnen zwei Wochen widerspricht; Regieberichte sind täglich zu führen und binnen sieben Tagen zur Anerkennung vorzulegen, falls vertraglich nichts anderes vereinbart ist.
Wie dokumentiert man Witterungsereignisse beim Dachdecker in Österreich?
Sofortdokumentation im Tagesbericht: Datum/Uhrzeit des Ereignisses, Windstärke (km/h oder Beaufort - Arbeitsverbot in Höhe ist in der Praxis ab Stärke 6 üblich), Niederschlagsart und -menge, betroffene Dachfläche (m²), Zustand vor und nach dem Ereignis. ZAMG-Wetterdaten als Anlage beilegen. Absicherungsmaßnahmen vor dem Ereignis (Schutzplanen, Ballastierung) im Tagebuch vermerken - das schützt vor Haftungsansprüchen wegen Unterlassung.
Kann das Bautagebuch beim Dachdecker in Österreich als Beweismittel dienen?
Ja - ein ordnungsgemäß und lückenlos geführtes Bautagebuch wird von österreichischen Gerichten nach den Grundsätzen des Urkundenbeweises (§§ 292 ff ZPO) anerkannt. Es dokumentiert Witterungsbedingungen, Dachfortschritt, eingebaute Materialien und Behinderungen. Bei Gewährleistungsstreitigkeiten (ABGB § 933: 3 Jahre ab Übergabe) und Versicherungsansprüchen nach Sturmschäden ist das lückenlose Tagebuch der stärkste Schutz des Dachdeckerbetriebs. Als buchhalterisch relevante Unterlage ist es nach § 212 UGB mindestens 7 Jahre aufzubewahren.
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