Metallbau · Nachtrag Vorlage Österreich
Metallbau Nachtrag Vorlage Österreich: ÖNORM B 2110 §7 + ABGB §1168a für Stahlbau-Zusatzarbeiten
Nachträge im österreichischen Metallbau und Stahlbau entstehen durch Planänderungen (Mehr-kg Stahl), ÖNORM EN 1090 Ausführungsklassen-Upgrades, zusätzliche Schweißnähte oder Montage-Mehraufwand. ÖNORM B 2110 §7 und ABGB §1168a verpflichten den Metallbauer zur unverzüglichen schriftlichen Anzeige vor Beginn der Mehrarbeiten — ohne rechtzeitige Meldung entfällt der Vergütungsanspruch.
Metallbau Nachtrag Vorlage Österreich: alle Pflichtfelder
Abschnitt 1 — Nachtrag-Kopfdaten (5 Felder)
- Nachtrag-Nr.: lückenlose Nummerierung, z.B. "NT-2026-001" — eindeutige Referenz für AG und AN
- Verweis auf Hauptvertrag: Datum des Werkvertrags + Auftragsnummer des AG
- Anlass des Nachtrags: kurze Beschreibung, was geändert wurde (z.B. "Planänderung Stahlgewicht Hallenträger durch Statiker, Rev. 4 vom 12.05.2026 — Mehrmenge 2.340 kg HEB 200")
- Beauftragungsdatum: wann wurde die Änderung/Zusatzleistung vom AG angewiesen (Datum + Form: schriftlich/mündlich)
- Ausführungszeitraum: geplanter Beginn und Ende der Nachtragausführung
Abschnitt 2 — ÖNORM B 2110 §7 Rechtsgrundlage (geändert vs. zusätzlich)
- ÖNORM B 2110 §7 — Geänderte Leistung: AG ändert eine bereits vereinbarte Leistung — z.B. Stahlgewicht erhöht durch Planrevision, Profilgröße geändert, Ausführungsklasse hochgestuft (EXC2→EXC3 nach ÖNORM EN 1090), mehr Schweißnähte als kalkuliert. Neuer Einheitspreis auf Basis Nachtragskalkulation.
- ABGB §1168a — Zusätzliche Leistung / Mehraufwand: AG beauftragt eine Leistung, die im Vertrag nicht vorgesehen war, oder unvorhergesehene Umstände verursachen Mehraufwand. Unverzügliche schriftliche Anzeige an AG ist Pflicht.
- ÖNORM EN 1090 EXC-Upgrade: EXC2→EXC3 ist geänderte Leistung nach ÖNORM B 2110 §7 — Mehrkosten für Schweißer-Qualifikation (EN ISO 9606), ZfP-Prüfungen (MT/UT), Schweißpläne und erweiterte Dokumentation separat kalkulieren.
- Typische Metallbau-Nachträge: Planänderung Mehr-kg Stahl, Profilwechsel, EXC-Upgrade, Korrosionsschutz höhere Kategorie, Montage-Mehraufwand durch Baustellenbehinderung.
Abschnitt 3 — Nachtragskalkulation (Positionstabelle)
- Tabellenkopf: Pos. | Bezeichnung | Menge | Einheit | EP netto € | GP netto €
- Beispiel Mehr-kg Stahl: Pos. 1.1 | HEB 200 S355J2 Mehrmenge lt. Planrevision Rev. 4 | 2.340 | kg | 2,85 | 6.669,00
- Beispiel EXC-Upgrade: Pos. 2.1 | Mehraufwand EXC3 — ZfP Prüfung MT/UT Schweißnähte | 18 | Std. | 98,00 | 1.764,00
- Beispiel Korrosionsschutz: Pos. 3.1 | Korrosionsschutz Zusatzlage C5-M (3. Schicht), DFT 80µm | 340 | m² | 13,00 | 4.420,00
- Summe Nachtrag netto €, USt 20% €, Summe Nachtrag brutto € — klar abgetrennt von der Vertragssumme
Abschnitt 4 — Beauftragungsnachweis (schriftliche Anzeige nach ÖNORM B 2110 §7!)
- Schriftliche Anzeige an AG: unverzüglich VOR oder bei Beginn der Mehrarbeiten — Beschreibung, Schätzung der Mehrkosten, Anlass
- Bei mündlicher Beauftragung: sofortige schriftliche Bestätigung per E-Mail senden — "Wie heute auf der Baustelle besprochen, beauftragen Sie uns mit folgendem Stahlbau-Mehraufwand…"
- Bautagebuch-Eintrag mit Gegenzeichnung AG ist beweissicherster Weg — Datum + Unterschrift des AG-Vertreters
- Anlagenliste: Planrevision (Datum + Rev.-Nr.), Statik-Update, ÖNORM EN 1090 EXC-Nachweis, Fotos Ausgangssituation, Prüfberichte ZfP
Abschnitt 5 — Zusammenfassung und Zahlungsziel
- Nachtragssumme netto €, USt 20% €, Nachtragssumme brutto €
- Aktualisierte Auftragssumme: Ursprungsvertrag netto + alle bisherigen Nachträge + dieser Nachtrag = neue Gesamtsumme netto
- Zahlungsziel: 14 Tage nach schriftlicher Beauftragung (oder lt. Vertrag)
- UStG AT Pflichtangaben: UID-Nummer, lückenlose Rechnungsnummer, Leistungsdatum, 20% USt; bei §19 UStG AT B2B: "Übergang der Steuerschuld gem. §19 UStG AT"
- BMD/RZL Buchungshinweis: Erlöskonto Bauleistungen 20% USt oder §19 UStG AT
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Was regelt ÖNORM B 2110 §7 für Metallbau Nachträge in Österreich?
ÖNORM B 2110 §7 regelt Änderungen des Leistungsumfangs im österreichischen Bauwerkvertragsrecht. Beauftragt der AG zusätzliche oder geänderte Stahlbau-Leistungen — z.B. Mehr-kg Stahl durch Planrevision, EXC-Upgrade nach ÖNORM EN 1090 oder zusätzliche Schweißnähte — hat der Metallbauer Anspruch auf angepasste Vergütung. ABGB §1168a ergänzt: Mehraufwand durch unvorhergesehene Umstände (z.B. Bestandskonstruktion weicht von Plänen ab) muss unverzüglich gemeldet werden. Ohne rechtzeitige Anzeige kann der Anspruch verwirkt sein.
Wie wird ein ÖNORM EN 1090 EXC-Upgrade in Österreich als Nachtrag abgerechnet?
Ein Upgrade der Ausführungsklasse EXC2→EXC3 nach ÖNORM EN 1090 ist eine geänderte Leistung nach ÖNORM B 2110 §7. Die Mehrkosten umfassen: höhere Schweißer-Qualifikation (EN ISO 9606, Stunden × Differenz-Stundensatz), zusätzliche ZfP-Prüfungen (MT/UT), erweiterte Dokumentation (Schweißpläne, Prüfberichte), ggf. Materialwechsel auf höhere Güte S355J2. Alle Positionen werden einzeln kalkuliert, USt 20% aufgeschlagen; bei §19 UStG AT B2B: "Übergang der Steuerschuld gem. §19 UStG AT".
Was sind typische Nachtragsanlässe im österreichischen Metallbau?
Häufigste Metallbau-Nachtragsanlässe in Österreich: (1) Planänderung Mehr-kg Stahl — neue Einheitspreise für Material + Lohn, (2) EXC-Upgrade ÖNORM EN 1090 EXC2→EXC3 — Mehrkosten Qualifikation, ZfP-Prüfung, Dokumentation, (3) Korrosionsschutz Zusatzlage — Mehrmenge m² × EP Beschichtung, (4) Montage-Mehraufwand durch Baustellenbehinderung — Stunden × Lohnkostensatz. Alle Anlässe nach ÖNORM B 2110 §7 oder ABGB §1168a einordnen und schriftlich anzeigen.
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